Auf ein Wort...

Immer öfter empfinden immer mehr Menschen den Alltag als ein Labyrinth – Meditation ist der Faden mit dessen Hilfe wir den Weg zurück, zu unserer Essenz finden können. Stellen wir uns vor: Es ist Samstagvormittag. Wir befinden uns in Köln auf der Schildergasse und müssen in wenigen Minuten am Dom sein. Im ersten Moment erscheint uns dieses Vorhaben geradezu unmöglich – wir sind umgeben von Menschen. Einzeln zu zweit, in Gruppen, mit Kinderwagen, Fahrrad, Skatebord, die unkoordiniert, teils hastig gestresst, teils in Wochenendlaune unterwegs sind. Uffff. Wir nehmen einen sehr tiefen Atemzug und konzentrieren uns auf den Raum zwischen den wuseligen Menschen – die Lücken, die sich öffnen und schließen. Plötzlich scheint sich alles zu ordnen. Dann nämlich, wenn wir „von oben“ auf dieses Menschenlabyrinth schauen, erkennen wir ihn, den unsichtbaren Faden, den Weg durch das Dickicht. Mit fließenden Bewegungen bahnen wir unseren Weg durch die Menge. Wir sind in unserer Energie. Kein Anrempeln, keine Irritation, kein Stress – schnell erreichen wir unser Ziel. Ganz einfach, weil wir unseren Fokus auf die Möglichkeiten und Chancen legten, die uns der vor uns liegende Weg bietet – nicht auf die Stolpersteine, die uns scheinbar hindern. Diese Qualität entwickeln wir, wenn wir üben - meditieren!

Seitdem ich die aktiven Meditationsformen vor mehr als 30 Jahren kennengelernt habe, liebe ich sie. Vor 14 Jahren habe ich begonnen, mich auch wissenschaftlich mit ihnen zu beschäftigen. An dieser Stelle möchte ich 2 Effekte der Praxis hervorheben: Das wachsende Beobachterbewusstsein und die Fähigkeit die eigenen Emotionen regulieren zu können. Emotionen stammen aus unserer Vergangenheit. Sie sind emotionale Altlasten, die in Situationen entstanden. Die wir damals nicht fühlen konnten oder wollten. Wir überwältigt waren. Unsere emotionale Kapazität nicht ausreichte. Wir nicht fühlen konnten oder wollten, was durch diesen Moment und unsere Interpretation in uns ausgelöst wurde. Weil es sich nicht gut anfühlte. Es nicht in unser Selbstbild passte. Wir nicht genug mit uns selbst in Kontakt waren u.a.m. Egal warum. Diese tief erlebten Momente bleiben unabgeschlossen bei uns. Wir nehmen diesen emotionalen Rucksack Huckepack auf unsere Schultern. Dort warten Wut, Ärger und Co. auf die nächst beste Gelegenheit, gefühlt zu werden, damit sich die abgebrochene Erfahrung in uns vervollständigen kann.

Genau das ist es, was die aktive Meditationspraxis bewirken kann. Wesentliches entdecken, Ruhe bewahren, Überblick gewinnen, im Schütteln, Tanzen, Springen. Wenn wir „unser Ding machen“, aus Stolpersteinen Bausteine formen, unseren Weg finden. Tatsächlich vereinen die in den 60-Jahren entwickelten Meditationen von Osho das Wissen alter Traditionen mit den Bedürfnissen der heutigen Zeit. So wird aus einer Technik eine Übungspraxis, ein Weg, aus dem sich dann, aus zunächst flüchtigen, ein stabiler MEDITATIVER ZUSTAND DES SEINS formt. Wir lernen nicht nur, mehr und mehr die Sprache unseres Körpers, tiefliegende Gefühle, unsere Energie und unsere Kraft wahrzunehmen, sondern auch im Alltag erfolgreich vermehrt körperlichen und seelischen Widerständen zu begegnen - um letztlich meditativer zu leben.